© 1998 bei Michael Köppe
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Michael Köppe
Gitarrist / Gitarrenlehrer
Albrechtstr. 65, 12167 Berlin
mjkoeppe(at)gmx.de
Die Kinder haben einmal wöchentlich Einzelunterricht sowie einmal wöchentlich
oder vierzehntägig Gruppenunterricht, wobei sechs bis zehn(oder mehr) Kinder
eine Gruppe bilden. Der Anteil spielerischer Elemente ist in der Gruppenstunde
höher als in der Einzelstunde, so dass es hier auch lauter zugeht. Inhalte der
Gruppenstunde sind z .B. Bewegungsspiele, kleine Konzerte, Unterricht,
Notenlese-Spiele, Reaktionsspiele und vieles mehr, wobei der Phantasie des
Lehrers keine Grenzen gesetzt sind. Die regelmässige Gemeinschaft mit
anderen Kindern ist äusserst wichtig für die Motivation. So sind es auch die
Gruppenstunden, die den Kindern in der Regel am meisten Spass machen.
Grundsätzlich sollte die Einzelstunde folgende Elemente
enthalten: Arbeit am aktuellen Stück, Wiederholung alter Stücke.
Vorausnehmendes Ansprechen künftiger Probleme. (Starr, 1984, S. 27)
Keiner dieser Punkte sollte über längere Zeit fehlen. Suzukis Methodik
ist besonders durch die folgenden Merkmale gekennzeichnet: Der
Lehrer lenkt die Aufmerksamkeit des Kindes auf nur jeweils einen
Punkt. Meist ist ein Kind überfordert, wenn es beim Spiel an mehr als
eine Sache denken soll. Suzukis Anliegen ist es, das Talent jedes
Kindes zu entwickeln. Dies bedeutet, dass Lehrer und Eltern die
Bedürfnisse des Kindes respektieren müssen.
Jedes Kind bestimmt sein Lerntempo, wie es dies auch tut, wenn es Gehen
und Sprechen lernt. Das Lerntempo eines jedes Kindes zu Respektieren bedeutet, mit
dem Kind erst dann den nächsten Schritt zu tun, wenn es den vorigen vollkommen, seinen kindlichen
Möglichkeiten entsprechend, beherrscht, auch dann, wenn ein anderes Kind schneller ist. Nicht die einzelne
Leistung einer Fingerfertigkeit ist wichtig, sondern die gesamte Persönlichkeitsentwicklung. Hier müssen Lehrer und
Eltern geduldig sein und dürfen mit Lob nicht sparen, um das Kind zu ermutigen , eine Sache wieder und wieder zu
versuchen, bis sie zur Gewohnheit geworden ist. Hier heisst es natürlich vom Kind nicht zu verlangen, was es
physisch noch nicht leisten kann. So fallen einem Kind grobmotorische Bewegungen wesentlich leichter als
feinmotorische.
Ein Beispiel aus dem Geigenunterricht. Anfangs lernen die Kinder mit nur wenig Bogen zu spielen, da ihnen
ansonsten die Kontrolle über die Bewegung verloren ginge. Erst später wird ihr Bogenstrich länger. Diese
Erweiterung der Spieltechnik wenden die Suzuki-Schüler nun jedoch nicht nur auf neue Stücke an, sondern, auch
hier greift nun ein weiteres wesentliches Element der Methode, auch auf alte Stücke. Neues wird auf diese Weise
schneller zur Gewohnheit. Indem die Kinder auch ihnen schon lange vertraute Stücke immer wieder spielen und sie
ihr Repertoire auf diese Weise ständig erweitern, trainieren sie auch ganz selbstverständlich ihr Gedächtnis. So wird
es ihnen von Mal zu Mal leichter fallen, ein neues Stück zu lernen.